Zurück zur Startseite von Paul Kälberer


Die Freundschaft mit Reinhold Nägele (Murrhardt 1884 - Stuttgart 1972)



Selbstbildnis Reinhold Nägele (1920)
R. Nägele: Selbstbildnis (1920)

Die Kontakte zwischen Reinhold Nägele und Paul Kälberer gehen bis in die Gründungszeit der Stuttgarter Secession (1923) zurück, deren Vorsitz Heinrich Altherr führt und dessen Stellvertreter Reinhold Nägele wird.
Kälberer beteiligt sich u.a. an Ausstellungen der Stuttgarter Secession in Baden-Baden (1928) und Hannover (1929).

P. Kälberer: Porträt R. Nägele (1964-1967)
P. Kälberer: Porträt R. Nägele
(1964-1967)

"Freunde schwäbischer Grafik" und Drittes Reich
Auf Anregung von Kälberer schließen sich Ende 1931 wesentliche Maler und Grafiker Württembergs zur Vereinigung "Freunde schwäbischer Grafik" (FSG) zusammen. Ziel dieser Künstler - und Sammlervereinigung ist es, in dieser besonders schwierigen Zeit der Weltwirtschaftskrise den Sammlern günstige Preise für Originalgrafik und den Künstlern eine stetige finanzielle Hilfe zu sichern. Neben Nägele und Kälberer sind u.a. Eckener, Gekle, Geyer, Groß, Reder und Schober vertreten.
Als die Nazis 1937 fordern Nägele als "jüdisch versippten" Künstler - seine Frau durfte seit 1933 nicht mehr als Fachärztin praktizieren - aus der FSG auszuschließen, löst sich die Vereinigung zwar offiziell auf, inoffiziell werden die Geschäfte jedoch bis 1941 weitergeführt.
Reinhold Nägele und seine Frau Alice emigrieren 1939 über England in die USA.

P. Kälberer: Reinhold Nägele (1964)
P. Kälberer: Reinhold Nägele (1964)

Reinhold Nägele ab 1963 wieder in Deutschland
Der Rückkehr ins "Häusle" nach Murrhardt gehen 1957 und 1960 mehrmonatige Aufenthalte in Deutschland mit Ausstellungen im Württembergischen Kunstverein und bei Schaller in Stuttgart voraus.

R. Nägele und P. Kälberer im Garten (1970?)
R. Nägele und P. Kälberer im Garten
(um 1970)

Enge Freundschaft bis zum Tod Nägeles
Bei den häufigen und intensiven Begegnungen in Glatt, Murrhardt und Hallwangen unterhalten sich die beiden Künstler humorvoll bis ironisch über Zeit und Zeitgenossen, diskutieren über Kunst, Literatur und Politik.
Kälberer unterstützt Nägele bei Vorbereitungen zu Ausstellungen und druckt für ihn Radierungen. Gemeinsam fahren sie über Land, besuchen Ausstellungen und Freunde.
Ab 1964 sitzt Nägele Kälberer wiederholt in Glatt zum Porträtieren; es entstehen 3 Ölgemälde (Privatbesitz) und rund 10 Zeichnungen (Kunststiftung Paul Kälberer).

Literatur (Auswahl):

Reinhardt, Brigitte/Hannemann, Dieter: Reinhold Nägele, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart, 1984.

Naegele, Thomas: Reinhold-Nägele- Exlibris, Werkverzeichnis der Exlibris, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart, 1989.

Reinhardt, Brigitte: Reinhold Nägele. In: Paul Kälberer - Kunst der Neuen Sachlichkeit in Schwaben. 1992. S.43-49.

Dietz, Ludwig: Paul Kälberer und die Vereinigung "Freunde schwäbischer Graphik". Schwäbische Heimat, 43. Jahrgang, Heft 2, April-Juni 1992, S.162-170.

Dietz, Ludwig: Paul Kälberer als Grafiker. Horb, 1989.


Zurück zur Startseite von Paul Kälberer